Dom zu Lübeck

lubeck 4087925 1920 Bild von Achim Scholtya auf pixabay

Behindertenwegweiser Lübeck

Dom zu Lübeck


Einrichtung: Kirche
Mühlendamm 2-6
23552 Lübeck
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Telefon: 0451 - 74 704
Fax: 0451 - 70 718 09
Träger: ev. Kirche

Mit Hilfe zugänglicher Eingang Mit Hilfe zugängliche ToiletteInformation für auditiv behinderte PersonenInduktives Hören

Beschreibung:

Nachdem im Jahr 1160 der Bischofssitz von Oldenburg nach Lübeck verlegt wurde, wies man der bischöflichen Kurie im Südwesten der Altstadt den Dombezirk zu. Hier lebten die Domherren bis zur Reformation mit eigener Verwaltung und nach eigenen Gesetzen (Domimmunität).
Als Standort für die Bischofskirche wählte man eine Hochfläche am Südrand der Altstadt. Der erste Dom von 1163 war noch eine Holzkirche. 1173 erfolgte die Grundsteinlegung des neuen Doms durch Heinrich den Löwen, 1247 wurde die romanische Pfeilerbasilika geweiht. Schon kurz danach war sie nicht mehr groß und repräsentativ genug. Von 1266 bis 1335 wurde der romanische Dom zu einer gotischen, dreischiffigen Backsteinhallenkirche umgebaut und stark vergrößert. Die Konkurrenz mit der zeitgleich erbauten St. Marien-Kirche besteht er nicht ganz, aber mit 131 Meter Länge, 20 Meter Gewölbehöhe und 115 Meter hohen Doppeltürmen ist er eine der größten Backsteinkirchen.
Die Abmessungen des alten Domes sind mit etwas Fantasie noch an den erhaltenen romanischen Pfeilern innerhalb des gotischen Doms ablesbar.
Bei der Bombardierung im März 1942 erlitt die Bausubstanz großen Schaden. Von der Innenausstattung konnte viel in Sicherheit gebracht werden. Der Wiederaufbau dauerte bis 1982. Man hat diese Arbeiten auch genutzt, um die innere Aufteilung einer modernen Liturgie anzupassen und neu zu ordnen.

Umgebung:

Eine Umrundung beginnt vor dem Westwerk an der Straße Mühlendamm. Von hier sieht man die charakteristischen, schlanken Doppeltürme mit der wuchtigen Basis am besten. Sie gehören zu den prominenten sieben Kirchtürmen der Altstadt-Silhouette. Auffallend ist, dass die Türme unterschiedlich, aber schlicht gestaltet sind und statt einem prächtigen Westportal nur ein vergleichsweise einfaches Tor im Südturm eingebaut wurde. Das Geläut mit sechs Glocken hängt im Nordturm (linker Turm).

Geht man den gepflasterten Bürgersteig des Mühlendamms hinunter, taucht links als Anbau das Gebäude des Lübecker Stadtarchivs auf. Es ersetzt das Predigthaus, den östlichen Teil des ehemaligen Domklosters.

Links um die Ecke geht es in die Straße Musterbahn. Im Backsteingebäude zur Linken befindet sich das Museum für Natur und Umwelt. Der Bau von 1961 steht an der Stelle des abgebrochenen südlichen Klosterteils, in dem für lange Zeit die Domschule untergebracht war (heute ist die „Oberschule zum Dom“ wenige Meter weiter im ehemaligen Bischofshof).

Ab hier macht die Musterbahn einen Bogen und geht bergauf. Man hat einen Blick auf die Südseite der Kirche: Fassade und Giebel des Querschiffs, darüber der Dachreiter und rechts daneben die „Südervorhalle“, ein Neubau in Kupfer und Glas (1976) anstatt einer zerbombten Kapelle.
Weiter oben zweigt links eine Zufahrt mit kleinteiligem Kopfsteinpflaster ab. Hinter dem Torbogen liegt der ehemalige Klosterhof. Hier sieht man: Die freie Wand des Langhauses, an der Rückseite des Stadtarchivs ein Reststück der Schauwand des früheren Predigthauses und auf der anderen Hofseite den Ansatz des ehemaligen Kreuzgangs am südlichen Querschiff mit fünf erhaltenen Jochen (heute gastronomisch genutzt).

Wieder in der Musterbahn beginnt links der baumbestandene Kirchhof. Der gepflasterte Bürgersteig geht in einen befestigten Sandweg über. Rechts steht die moderne Steinskulptur Arabella, links umkurvt man den langgezogenen Kirchenchor mit seinem Kranz aus Strebepfeilern. Eingelassene Grabplatten in der Grünfläche verweisen auf die ursprüngliche Funktion des Kirchhofs als Friedhof der Domgemeinde.

Wenige Meter weiter steht die Vorhalle „Paradies“ vor dem ehemaligen Haupteingang. Das Original war ein spätromanisches Kleinod von ca. 1255. Die heutige Halle ist bereits der zweite Nachbau und in Material und Aufbau nicht mehr originalgetreu.

In Sichtweite sind die letzten Attraktionen der Umrundung: Die Steinplastik „Domtürme“, das Denkmal für den Stifter des Domes und Stadtgründer Lübecks, Heinrich der Löwe und die prächtige Lutherbuche (Ableger der Thüringer Lutherbuche, gepflanzt 1873).

Kirche:

Der heutige Eingang in den Dom liegt auf der Nordseite neben dem Schwibbogen zum alten Zeughaus.
Von der Straße Domkirchhof bzw. Parade führt eine breite Zufahrt mit kleinem Kopfsteinpflaster am Löwendenkmal und der Lutherbuche vorbei direkt zum Eingangsportal. Der rechte Teil der schweren Holztür muss aufgedrückt werden. Dahinter liegt eine kleine Halle mit Fliesenboden und Schmutzfangmatte. Von der zweiten, schweren Holztür muss der rechte Flügel aufgezogen werden. Man betritt die Kirche im nördlichen Seitenschiff neben der Turmanlage. Der Fußboden ist fast überall mit großen Kalkplatten und vereinzelt mit Grabplatten belegt und einwandfrei begehbar. Stufen sind in der folgenden Beschreibung am jeweiligen Ort angegeben.

Für einen Rundgang durch die Highlights geht man zunächst geradeaus. 
Rechts in der Turmhalle des Nordturms ist eine kleine Installation zur Geschichte des Dom-Wiederaufbaus eingerichtet. Einige Schritte weiter steht auf der Seitenwand einer Bühne ein vergoldeter, frühgotischer Löwe (um 1335). Von der Mitte der Bühne sieht man auf das farbige, dreiteilige Westfenster von L. Quinte (1963). In der entgegengesetzten Richtung hat man einen Überblick über das Kirchenschiff in Richtung Osten.

Nach einer Linksdrehung geht man das südliche Seitenschiff entlang. Von der Abfolge der Grabkapellen ist die erste, die von Lente-Kapelle (Erbauer: T. Quellinus, 1606/7), besonders sehenswert. Am Pfeiler halblinks steht eine Renaissance-Kanzel aus Sandstein (1568 gestiftet, barocker Aufgang von 1731, Schalldeckel von 1570, die aufwendigen Eisengitter sind eine Stiftung der Stecknitzfahrer von 1572). Am Pfeiler die „Schöne Madonna“ von 1509. 
Hinter dem nächsten Pfeiler beginnt das südliche Querschiff mit einem modernen Opferaltar und einem Ausgang in den erhaltenen Teil des Kreuzgangs. Geradeaus ist der Aufgang in den Chor mit zwei mal zwei Steinstufen. Für Gehhilfen liegen flache Metallrampen aus. Die schwere Glastür ist normalerweise offen. Die Glastür auf der anderen, der Nordseite, ist i.d.R. verschlossen und der stufige Weg hat keine Rampen.

Die 1967 eingezogene Glaswand mit Diagonalraster markiert den Beginn des langgezogenen Hallenumgangschores. Anders als gewöhnlich steht in diesem Chorraum kein Altar und es werden keine Gottesdienste zelebriert.
Der Chorumgang ist auf gleichem Niveau. Die Chormitte ist um drei Stufen erhöht. Hier ist zwischen Stühlen das Grabmal von Bischof Bocholt, eine bemerkenswerte Bronze-Arbeit von J. Apengeter mit lebensechter Figur (ca. 1341, dem Jahr, als der neue Dom geweiht wurde). Unweit davon steht ein historisches Lesepult von 1530. In der Schlusskapelle, praktisch im östlichsten Dom-Zipfel, das barocke Grabdenkmal für Fürstbischof August Friedrich und seine Frau (von T. Quellinus, um 1700).

Beim Gang durch das nördliche Seitenschiff passiert man zunächst die barock ausgeschmückte fürstbischöfliche Grabkapelle der Oldenburger Großherzöge. Gleich daneben hängt über einer verschlossenen Kapellentür das Gemälde „Klage Jesu Christi“ (17. Jh.) mit dem Wahlspruch der Domherren. In der Ausbuchtung des nördlichen Querschiffs über einem alten Beichtstuhl ein überlebensgroßes Gemälde des heiligen Christophorus von 1665. Vorbei an weiteren Grabkapellen geht man unter der großen Marcussen-Orgel (von 1970) durch und kommt zurück zum Eingang. Die alte Orgel war ein barockes Meisterwerk von A. Schnitker. Sie wurde bei der Bombardierung zerstört. Die neue Orgel rückte von der Westwand an die Nordwand und damit näher an die Gemeinde.

Es schließt sich ein Gang durch das Hauptschiff an. 
In die Mitte des Hauptschiffs hat man auf einem steinernen Sockel einen schlichten Altar platziert (mit Kniebänken). Die Stühle sind von allen Seiten auf ihn ausgerichtet, damit ist er für die Gemeinde nun der Mittelpunkt der Kirche.
Einige Meter weiter thront das monumentale Triumphkreuz von B. Notke (1477). Die 17 m hohe, geschnitzte Anlage mit Kreuz, Tragegerüst und über 30 Figuren stellt im Denkmal Dom ein eigenes Denkmal dar. Eingerahmt wird es von mittelalterlichen Altären an den seitlichen Pfeilern.
Dahinter steht in der Mitte des Querschiffs der hölzerne Lettner (ebenfalls aus der Werkstatt des B. Notke, 1477; die zugehörige Uhr von A. Polleke, 1628). Er ist die Bekrönung einer dreischiffigen Einbauhalle mit Empore. Die Schnitzfiguren stellen die Domheiligen dar (Hll. Maria, Johannes, Nikolaus und Blasius).
Zwischen Lettner und der Glaswand zum Chor liegt die neue Taufkapelle. Sie wurde als Rondell mit drei Abwärtsstufen und gepolsterten Sitzbänken eingebaut. In der Mitte das gusseiserne Taufbecken von L. Grove (1455).

Die Kirche ist mit einer Induktionsanlage ausgestattet, die Hörgeräte unterstützt (Hörgeräte auf Stellung MT).

Es gibt eine Toilette (nicht behindertengerecht!) im Erdgeschoss des Südturms. Der Zugang ist normalerweise verschlossen. Bei Bedarf bitte beim Küster melden.

Öffnungszeiten:
  Apr. - Sep. 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
  Okt. 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
  Nov. - Mrz. 10:00 Uhr - 16:00 Uhr


Erreichbarkeit:

Der nächste Behindertenparkplatz ist an der Parade 12 / Domkirchhof, direkt am Zugang zum Dom.

Die nächste Bushaltestelle ist Fegefeuer (Fahrtrichtung stadtauswärts und Richtung ZOB/Burgfeld). Sie müssen erst durch das Sträßchen Fegefeuer, bevor Sie zur Vorhalle Paradies und der Kirche kommen, Entfernung ca. 250 m.

(Letzte Aktualisierung: November 2019)


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Service:  
Kategorien: Altstadt | Religiöse Einrichtungen | Evangelische Kirchen
Kontakt: Behindertenwegweiser Lübeck   Telefon: 0451 384448-821
Aufnahme: 12.11.2019        Letzte Bearbeitung: 20.11.2019
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